schreckschuss.

 Ich verschlucke mich an einer verfaulten KArotte und trage die dazugehörigen Konsequenzen in einem Plastikbeutel durch die Kastanienallee.

 Notiz an mich selber: Nasen. Nasen sind wichtig.

 „Die Kunstfotze betrachtet sich im Spiegel und erkennt die hinreißenden Gesichtszüge eines Mädchens, das gut mit Drogenexzessen umgehen kann. Sie streitet mit ihrem toten Freund über ein zerbrochenes Herz und kennt sich nicht aus mit narrativen Erzählstrukturen, da ihr Leben weder auf einer klar definierten Exposition beruht noch in irgendeiner Weise den Anforderungen an ein konsensfähiges Drehbuch zu entsprechen scheint.“
Mit der Schwärze eines abgebrannten Streichholzes zeichnet Erika lustlos ihre Initialen an die untapezierten Wände. Sie erzählt der Therapeutin von ihrem Zweifel.
„Theoretisch hätte ich an dieser Stelle eine Unterwasserbibliothek erwartet, zeugt das bereits von Schizoprenie oder so etwas?“
Die Therapuetin hat nicht genug Hintergrundwissen, um professionell auf den Kritikpunkt ihrer Patientin reagieren zu können. Sie bewahrt die im Studium erlernte Distanz und beginnt nach zweieinhalbe Stundes der ermüdenden Konversation zu diagnostizieren.
„Sie müssen lieben, Erika.“
„Wie jetzt? Lieben?“
„Na, lieben! Lieben, begehren. Und wenn das nicht klappt, dann Akupunktur.“
„Akupunktur?“
„Gut erkannt, Erika. Akupunktur, 200€ und Sie hüpfen am morgen erholter durch die Scheiße als sie sich das träumen lassen.“

27.2.07 22:55
 


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